Explosion der Angebotsmieten: Auch Neubau muss sozial sein!

Nach Medienberichten sind die sogenannten „Angebotsmieten“ bei der Neuvermietung von Wohnungen in den letzten drei Jahren in Potsdam um 20,5% gestiegen. Dirk Harder, parteiloser OB-Kandidat der Linken kommentiert diese erschreckende Entwicklung:

„1.500 EUR und mehr für eine Zweiraumwohnung – das ist schon für eine Familie mit 2 Durchschnittsverdienern kaum noch zu bezahlen. Und es lässt sich auch mit den vergleichsweise niedrigen Durchschnittsmieten im Bestand der Pro Potsdam und der Genossenschaften nicht kompensieren. Denn die inzwischen extremen Preise für Neuvermietungen führen dazu, dass in einem großen Teil des Wohnungsbestandes kaum noch Veränderung möglich ist. Senior:innen verbleiben in ihren großen Wohnungen, weil ein Umzug selbst in eine deutlich kleinere Wohnung erheblich teurer wird. Familien finden keinen geeigneten und bezahlbaren Wohnraum, da im Bestand kaum welcher frei wird. Die Mietexplosion ist ein realer Bremsklotz für eine gesunde Stadtentwicklung!

Für mich ist klar: auch beim Neubau von Wohnungen muss die Priorität klar auf preisgünstigen Angeboten in genossenschaftlicher oder kommunaler Hand liegen. Dabei muss unterschiedlichen Bedürfnissen Rechnung getragen werden. Der Bau wirklich bezahlbarer kleinerer und seniorengerechter Wohnungen oder Wohngemeinschaften in Kombination mit Betreuungsangeboten kann auch den Umzug aus Familienwohnungen im Bestand wieder ankurbeln. Und bezahlbar heißt: eine deutlich kleinere Wohnung darf nicht mehr kosten als die bisher bewohnte große. Die Entwicklung des Wohnungsbestandes in Potsdam darf sich nicht länger an profitorientierten Großkonzernen ausrichten – wir brauchen eine grundlegende Neuausrichtung, die Gemeinwohl und Eigennutzung als Entwicklungsziele in den Mittelpunkt stellt!“